Unsere Inhalte für die Kommunalwahl 2026:
Maßnahmen zur Klimaanpassung vor Ort
Zwingenberg ist von den Auswirkungen des Klimawandels stark betroffen. Die Hitzebelastung und die Trockenperioden haben zugenommen. Gleichzeitig weist die Starkregen-Hinweiskarte Zwingenberg als stark gefährdet aus. Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung zur Begrünung werden nicht zeitnah umgesetzt. Kaltluftbahnen werden durch den Regionalplan gefährdet.
Die Stadt ist endlich dem Bündnis der Klimakommunen Hessen beigetreten. Die gesetzliche Pflicht zu einem kommunalen Wärmeplan wird sehr spät angegangen ohne Synergien mit den Nachbarkommunen zu nutzen. Bei der Planung sind die Bürgerinnen und Bürger zu beteiligen.
GUD/Die Grünen verfolgen diese Ziele:
- Großkronige, schattenspendende Bäume sind zu erhalten
- Klimaangepasste Bäume sollen künftig das Stadtgrün bereichern
- Zwingenberger Friedhof und die ungenutzte Erweiterungsfläche in eine grüne Oase verwandeln
- Durchgrünung von Wohngebieten und Rückbau vorhandener
Schottergärten - Klimaangepasste Gestaltung von Gewerbeflächen und öffentlichen Freiflächen
- Gemeindeeigene Gebäude klimaangepasst gestalten
- Kaltluftbahnen erhalten hat Vorrang bei der Aufstellung von Bebauungsplänen
- Hangsicherung verstärken und weitere Schutzmaßnahmen für Starkregenereignisse treffen

Sicherung der ortseigenen Wasserversorgung:
Aktuell hat sich die GUD dafür eingesetzt, dass die Fläche westlich der K67 im Entwurf des neuen Regionalplans nicht vollständig als mögliches Gewerbegebiet geplant wird. Dort war eine Probebohrung für einen neuen Brunnen erfolgreich. Dieser potentielle Brunnenstandort auf Zwingenberger Gemarkung muss auch in Zukunft erhalten bleiben.

GUD/Die GRÜNEN verfolgen diese Ziele:
● Sicherung der Wasserversorgung durch eigene Brunnen im Sinne des
Bürgerentscheids von 2008
● Ersatzneubau eines Brunnens am vorhandenen Standort
● Sicherung des weiteren Brunnenstandorts westlich der K67 – kein
Gewerbegebiet auf dieser Fläche
● Entwicklung eines ganzheitlichen Wasserkonzepts: Regenwasserspeicher,
Rückhaltemulden und Versickerungsflächen bei der Stadtplanung
berücksichtigen
● Nachhaltige Bewässerungssysteme für Stadtbäume und Stadtgrün
einbauen
● Prüfung der Wasserqualität im Zulauf in den Graben unterhalb des REWE-
Parkplatzes im Wasserschutzgebiet
Stadtentwicklung mit Augenmaß
Zwingenberg mit seinem Ortsteil Rodau ist ein attraktiver Wohnort zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist hoch, gleichzeitig sind freie Flächen knapp.
Durch die Teilnahme am Landesprogramm „Großer Frankfurter Bogen“ steigt der Druck, neue Wohngebiete auszuweisen. Gerade wegen der kleinen Gemarkung von Zwingenberg wollen wir neue Wohn- und Gewerbegebiete auf ein notwendiges Minimum begrenzen und bebaute Flächen besser nutzen.

GUD/Die GRÜNEN verfolgen diese Ziele:
● Neue Versiegelung nur mit Ausgleich: Wo neu gebaut wird, muss an anderer Stelle entsiegelt werden
● Mehr Wohnraum vorrangig durch vertikale Nachverdichtung – Aufstockungen bestehender Gebäude verringern Flächenverbrauch
● Umnutzung brachliegender Gewerbeflächen für Wohnungen statt Neubau auf der grünen Wiese
● Ehemaliges Bauhofgelände für innerstädtischen Wohnraum mit bezahlbaren Mieten nutzen
● Mehr altersgerechte Wohnungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter
● Begegnungsorte für alle Generationen, z.B. in der alten Paßschule
● Nachhaltige Gewerbegebiete: wenig Versiegelung, geringer Energie- und Wasserverbrauch, Photovoltaik, Begrünung, Erhalt von Kaltluftströmen
● Leerstand aktiv angehen: Eigentümer leerstehender Wohnungen gezielt ansprechen und unterstützen
Verkehrspolitik für alle
Die Verkehrspolitik muss die Belange aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer berücksichtigen. Der Durchgangsverkehr auf der B3 bei Tempo 50 gefährdet alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Eine Ausweitung der Tempo-30 Zone ist bisher gescheitert. Ein Verkehrskonzept für die Altstadt lässt ebenfalls auf sich warten. Die Investitionen in den Bau einer Raddirektverbindung zwischen Heppenheim und Zwingenberg begrüßen wir. Bei der Ausführung müssen Naturschutzverbände ein Mitspracherecht haben. Die Erhöhung der Sicherheit für den innerörtlichen Radverkehr muss in die Verkehrsplanung aufgenommen werden.
GUD/DIE GRÜNEN verfolgen diese Ziele:
● Ausweitung der Tempo 30 Zone auf der B3
● Altstadt – Durchfahrt nur für Anlieger
● Mehr Sicherheit für den Radverkehr: Einrichtung eines Überholverbots von Fahrrädern an Engstellen; Kennzeichnung gefährlicher Radwegequerungen; Ausweisung von durchgängigen Schutzstreifen für Fahrräder bei engen Verkehrsstraßen wie der B3
● Anbindung von Rodau an den öffentlichen Nahverkehr
● Carsharing-Standort in Zwingenberg
● Mietangebote für Lastenräder und Fahrradanhänger
Altstadt & Marktplatz bewahren und weiterentwickeln
Zwingenberg hat einen historisch gewachsenen Ortskern mit Ensembleschutz.
Die Altstadt mit Bergkirche, Marktplatz und Scheuergasse ist unser Wahrzeichen und prägt unser Stadtbild.
Die Gestaltung des Marktplatzes wird unterschiedlich bewertet. In der Altstadt zeigen sich Zielkonflikte zwischen Klimaschutz und Gestaltungsvorgaben: Photovoltaik ist denkmalrechtlich möglich, wird aber derzeit durch die Gestaltungssatzung verhindert.

GUD/Die GRÜNEN verfolgen diese Ziele:
● Ensembleschutz sichern, ohne Klimaschutz auszubremsen, Photovoltaik
in der Altstadt ermöglichen
● Altstadtleitbild neu entwickeln – gemeinsam mit allen, die dort leben und
arbeiten
● Marktplatz aufwerten mit schattigen Ruheplätzen und zur Umgebung
passender Möblierung
● Verkehr reduzieren: Zufahrt nur für Anlieger, Parkplätze für Menschen
mit Mobilitätseinschränkung einrichten
● Nahwärmenetz für die Altstadt prüfen, klimafreundlich und zukunftsfähig
Politik für Familien, Kinder und Jugendliche
Zwingenberg ist eine kinder- und familienfreundliche Stadt. Ein breitgefächertes Betreuungsangebot für Kinder vom Kleinkindalter bis zur Grundschulzeit wird angeboten. Ein Angebot für Jugendliche ist bisher nicht vorhanden. Der im Jahr 2023 angeschaffte Bauwagen, der das abgerissene Jugendzentrum ersetzen sollte, hat bisher noch keinen Stellplatz gefunden.
Mit der Rieslingstraße wird zur Zeit ein Standort am Stadtrand nahe der Dirt Bike-Anlage favorisiert. Ein Konzept zur Jugendarbeit liegt bis heute nicht vor.
GUD/Die GRÜNEN verfolgen diese Ziele:
● Umsetzung des 2023 einstimmig getroffenen Beschlusses, nach dem die Stadtverwaltung ein Konzept zum geplanten Betrieb eines Jugendzentrums (Stichwort „Bauwagen“) vorlegen soll
● Zielgruppengerechte Einbeziehung der Jugendlichen bei der Wahl eines Standorts für einen Jugendtreff
● Unterstützung der Jugendarbeit durch eine öffentlich finanzierte Fachkraft
Ihr Jugendlichen seid ganz persönlich gefragt. Sprecht uns an, kommt auf uns zu, teilt uns eure Ideen, Wünsche und Bedürfnisse mit. Wir wollen der Jugend einen Raum geben – und das am liebsten mit Euch, den Betroffenen, gemeinsam!
Gemeinsam geht´s !
Kunst und Kultur
Das Angebot an Kunst und Kultur in Zwingenberg ist vielfältig. Es gibt ein breites Spektrum an Veranstaltungsorten. Die Bandbreite der Aktivitäten zeugt von einer lebendigen Stadt mit zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich einbringen. Die Stadt beschränkt ihr Engagement hauptsächlich auf das Angebot der Infrastruktur und auf ein begrenztes Budget für ausgewählte Veranstaltungen. Ein breiter gefächertes Angebot für alle Bevölkerungs- und Altersgruppen wäre
wünschenswert.

GUD/DIE GRÜNEN verfolgen diese Ziele:
- Förderung von kulturell engagierten Vereinen und Kunstschaffenden
- Unterstützung des Theater Mobile aufrecht erhalten
- Wiederbelebung der Musik- und Kulturfestivals im Stadtpark
Für eine weltoffene Gesellschaft
Wir treten ein für eine weltoffene und demokratische Gesellschaft und werde diese Werte zum Schutz von Minderheiten auch im kommunalen Raum gegen
rechte Gewalt oder Antisemitismus verteidigen. Wir unterstützen die Hilfe für
Kriegsflüchtlinge, Verfolgte und Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Ihre
Unterbringung ist nicht zufriedenstellend gelöst.
Das Andenken an die ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger möchten wir weiter pflegen. Wir begrüßen daher insbesondere die ehrenamtliche Arbeit des „Arbeitskreis Asyl“ und des „Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge“.
Auf Betreiben der GUD wurde eine Reihe von „Stolpersteinen“ vor ehemals jüdisch bewohnten Häusern im Stadtgebiet verlegt. Zwingenberger Bürgerinnen und Bürger haben die Patenschaft für diese Erinnerungsorte
übernommen.
GUD/DIE GRÜNEN verfolgen diese Ziele:
● Förderung der Erinnerungskultur für Opfer nationalsozialistischen Unrechts
● Unterstützung der bisher ausschließlich ehrenamtlich geleistete Flüchtlingshilfe durch eine öffentlich finanzierte Fachkraft
● Menschenwürdige Unterbringung Geflüchteter
Mehr Demokratie wagen

Demokratie lebt von der Mitbestimmung. Bürgerinnen und Bürger sollten über Projekte, die sie betreffen, mitentscheiden können. Die Stadt Zwingenberg
unternimmt erste Schritte und hat zu Themen wie Marktplatzgestaltung oder Standort Jugendtreff online-Beteiligungsportale eingerichtet. Allerdings ist die
zielgruppengerechte Information zur Beteiligungsmöglichkeit ausbaufähig.
Bürgerversammlungen als gesetzlich vorgesehenes Beteiligungsformat werden ebenfalls wenig genutzt. Ein Antrag der GUD zur Einführung einer
Informationsfreiheitssatzung wurde abgelehnt.
GUD/DIE GRÜNEN verfolgen diese Ziele:
● Erarbeitung einer Satzung für mehr Bürgerbeteiligung
● Schaffung von Dialogforen zur Diskussion komplexer kommunaler Fragenwie z.B. zur Stadtentwicklung oder Verkehrsführung
● Regelmäßige, mindestens halbjährliche Bürgerversammlungen
● Stärkere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, z.B. durch Einsetzung eines Jugendrates
● Zielgerichtete Bewerbung und leichte Zugänglichkeit zu digitalen Umfragen
● Einführung einer Informationsfreiheitssatzung zur Erhöhung der Transparenz des Verwaltungshandelns
